Schadenslexikon

Wichtige Begriffe

Abschleppkosten  Abrechnung nach Gutachten  Abzüge Neu für Alt  Abzüge für Wertverbesserung  Allgemeine Kraftfahrtversicherungsbedingungen  Auslandsunfall  Bagatellschaden  Fiktive Abrechnung  Grüne Karte  Gutachtenkosten  Mehrwertsteuer  Neu für Alt  Nutzungsausfall  Rechtsanwalt  Reparturschaden  Restwert  Schadensminderung  Stundenverrechnungssatz  Totalschaden  Wertminderung  Wiederbeschaffungswert


 

Abschleppkosten zum Seitenanfang

Die Abschleppkosten sind grundsätzlich vom Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung zu ersetzen. Dabei hat der Geschädigte Anspruch auf Erstattung der Abschleppkosten zu einer zuverlässigen, fachlich geeigneten und räumlich nahe gelegenen Werkstatt seiner Wahl.

 

Abrechnung nach Gutachten zum Seitenanfang

siehe fiktive Abrechnung

 

Abzüge Neu für Alt zum Seitenanfang

Begriff aus dem Kaskorecht. Dieser Begriff wird auch gern im Bereich des Haftpflichtschadens missbräuchlich benutzt, obwohl er dort überhaupt nichts verloren hat (siehe „Abzüge für Wertverbesserung“).

Abzüge Neu für Alt sind im § 13 der Allgemeinen Kraftfahrtversicherungsbedingungen genau geregelt. Dabei wird von den bei einer Reparatur verwendeten Ersatzteilen und der Lackierung je nach Alter und Abnutzung ein prozentualer Abzug gemacht. Dieser ist bei PKW bis zum Schluss des vierten Zulassungsjahres auf Bereifung, Batterie und Lackierung beschränkt.

 

Abzüge für Wertverbesserung zum Seitenanfang

Abzüge für Wertverbesserung werden im Haftpflichtschadensfall dann vorgenommen, wenn das Fahrzeug nach der Reparatur bedingt durch diese einen höheren Preis am Markt erzielen würde. Dies wäre dann der Fall, wenn Vorschäden oder bereits verschlissene Teile mitrepariert werden.

Der Geschädigte soll laut Bürgerlichem Gesetzbuch nicht besser oder schlechter gestellt sein wie vor Eintritt des Schadensfalles. Die Wertverbesserung muss sich für den Geschädigten aber auch wirklich wirtschaftlich bemerkbar machen.

 

Allgemeine Kraftfahrtversicherungsbedingungen/AKB zum Seitenanfang

Allgemeine Geschäftsbedingungen für die Kraftfahrtversicherung. Diese liegen jedem Kraftfahrzeug-Versicherungsvertrag bei.

In den Allgemeinen Haftpflichtversicherungsbedingungen sind zum Beispiel die Verpflichtungen des Versicherungsnehmers im Schadensfall (sogenannte Obliegenheitsverpflichtungen) sowie allgemeine Formalitäten geregelt.

Die §§ 13 und 14 sind insbesondere im Kaskoschadensfall wichtig, da es hier um die Schadenpositionen und die Höhe der Abrechnung geht.

 

Auslandsunfall zum Seitenanfang

(Unfall im Inland mit einem Ausländer siehe „Grüne Karte“)

Ein Verkehrsunfall im Ausland ist bei weitem problematischer abzuwickeln als ein Unfall im Inland. Viele haben hier schon ihr persönliches Waterloo erlebt. Innerhalb der EU ist die Situation eines Unfallopfers seit Einführung der 4. Kraftfahzeug-Haftrichtlinie zur Regulierung von Auslandsschäden etwas verbessert worden.

Die Regulierung eines Unfallschadens bei Beteiligung von Fahrzeugen aus EU-Staaten kann seitdem über einen von der ausländischen Versicherung benannten so genannten Schadensregulierungsbeauftragten in Deutschland erfolgen. Die Anschriften der jeweiligen Regulierungsbeauftragten erfährt man über denn Zentralruf der Autoversicherer.

Man kann sich dann mit seinen Schadensersatzansprüchen direkt an diesen Regulierungsbeauftragten wenden. Reguliert wird der Schaden aber nach dem Schadensersatzrecht des Unfalllandes!

Aus leidvoller Erfahrung kann hier nur empfohlen werden, sich mit der Schadensregulierung eines Unfalls im Ausland direkt an einen Rechtsanwalt zu wenden. Die meisten Kraftfahrer wissen ja noch nicht einmal über ihre Rechte im Inland bescheid, geschweige denn über Ihre Rechte im Ausland.

Auch wenn Sie nach dem jeweiligen ausländischen Recht Anrechte auf gewisse Entschädigungspositionen haben, heißt das noch lange nicht, dass dies die ausländische Versicherung auch bezahlt.

Juristischer Rat und eine Rechtsschutzversicherung sind hier eigentlich unabdingbar!

 

Bagatellschaden zum Seitenanfang

Schadensobergrenze, bis zu der im Normalfall zur Schadensregulierung kein Gutachten erforderlich ist. Diese Grenze liegt nach heutiger Rechtssprechung bei ca. 750,- Euro.

Es muss sich aber um einen für einen Laien offen ersichtlichen Bagatellschaden handeln, z.B. wenn nur der Stoßfänger leicht verkratzt wurde. In diesem Fall empfehlen wir, von uns eine Kostenkalkulation über die voraussichtlichen Reparaturkosten einzuholen. Die Abrechnung mit der Versicherung kann dann auf der Grundlage dieser Kostenkalkulation erfolgen.

 

Fiktive Abrechnung zum Seitenanfang

Einem Geschädigten steht frei, ob er die zur Schadensbehebung erforderlichen Reparaturkosten laut Gutachten oder Kostenvoranschlag ausbezahlt bekommen möchte.

Seit einer Änderung des § 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 2002 bekommt man den Entschädigungsbetrag aber nur noch netto, sprich ohne Mehrwertsteuer ausbezahlt.

 

Grüne Karte zum Seitenanfang

Hat man einen Unfall mit einem im Ausland versicherten Fahrzeug in Deutschland, kann man sich an das Büro Grüne Karte in Deutschland wenden. Dieses nennt dem Geschädigten dann ein Schadenbüro oder eine Versicherungsgesellschaft, bei denen der Geschädigte seine Schadensersatzansprüche anmelden kann.

Reguliert wird nach deutschem Schadensersatzrecht.

Aber auch hier, wie bei allen Fragen der Regulierung, empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes.

 

Gutachtenkosten zum Seitenanfang

Im Haftpflichtschadenfall muss die Gutachtenkosten die gegnerische Haftpflichtversicherung übernehmen.

Im Kaskoschadensfall hat das Weisungsrecht für den Sachverständigen meist die Versicherung. Das geht aus den Allgemeinen Kraftfahrtversicherungsbedingungen hervor.

Rechtsschutzversicherungen übernehmen Gutachtenkosten bei vorgerichtlichen Auseinandersetzungen vielfach nicht (z. B. bei Streitigkeiten beim Gebrauchtwagenkauf etc.).

Sprechen Sie aber in jedem Fall mit Ihrem Rechtsanwalt darüber!

 

Mehrwertsteuer zum Seitenanfang

Nach Änderung des § 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 2002 erhält der Geschädigte die Mehrwertsteuer nur noch ersetzt wenn diese auch tatsächlich angefallen ist und bezahlt wurde.

Diese Regelung ist bei den reinen Reparaturfällen noch eindeutig nachvollziehbar und problemlos: Lässt man sein Fahrzeug nicht reparieren, erhält man auch die Mehrwertsteuer nicht.

Problematischer wird es schon im Totalschadensfall. Hier kommt es nämlich im Wesentlichen darauf an, ob Ihr Fahrzeug Regel- oder Differenzbesteuert am Markt erhältlich ist oder ob es sich um ein älteres Fahrzeug handelt, dass nur noch am Privatmarkt gehandelt wird, wo überhaupt keine Mehrwertsteuer mehr anfällt.

Auch beim Totalschaden wird Ihnen nämlich im Vorfeld erst einmal die Mehrwertsteuer einbehalten, bis Sie den Anfall von Mehrwertsteuer (Rechnung!) nachweisen können.

Der Abzug der Mehrwertsteuer richtet sich somit danach, wie Ihr Fahrzeug gehandelt wird. Ist es noch ein recht junges Fahrzeug ist es meist noch regelbesteuert am Markt erhältlich. Im Verkaufspreis sind demnach 19% Mehrwertsteuer enthalten.

Ist es schon etwas älter, wird aber vorwiegend noch im Gebrauchtwagenhandel angeboten, ist es meist differenzbesteuert. Im Verkaufspreis sind dann ca. 2,5% Mehrwertsteuer enthalten.

Ist Ihr Fahrzeug schon recht alt und wird nicht mehr im Gebrauchtwagenhandel verkauft, sondern nur noch von Privat an Privat, fällt keine Mehrwertsteuer an.

Das allerwichtigste im Totalschadensfall ist daher, was der Sachverständige im Gutachten über die Besteuerung des beschädigten Fahrzeugs aussagt! Wird hier nämlich pauschal von einem „Wiederbeschaffungswert incl. MwSt.“ gesprochen, ohne differenziert zwischen Regel- und Differenzbesteuerung zu unterscheiden, werden Ihnen mal schnell unberechtigt 19% Mehrwertsteuer abgezogen!

Wir als freie und unabhängige Sachverständige weißen in unseren Gutachten daher explizit auf den im Wiederbeschaffungswert enthaltenen Mehrwertsteueranteil - 19, 2,5 oder 0 % - hin.

Bei rechtlichen Fragen zur Mehrwertsteuerproblematik sollten Sie Kontakt zu Ihrem Rechtsanwalt aufnehmen.

 

Neu für Alt zum Seitenanfang

siehe „Abzüge Neu für Alt“

 

Nutzungsausfall zum Seitenanfang

Wenn ein Geschädigter sich für die Zeit der Reparatur oder der Ersatzbeschaffung für ein Ersatzfahrzeug im Totalschadensfall keinen Mietwagen nimmt, hat er Anspruch auf Erstattung des sogenannten Nutzungsausfalls.

Die Höhe des Nutzungsausfalls bemisst sich nach der im Gutachten angegebenen Reparatur- oder Wiederbeschaffungsdauer sowie nach der Klassifizierung, in die Ihr Fahrzeug fällt. Hierfür gibt es umfangreiche Nachschlagewerke. Wir weißen in unseren Gutachten den jeweiligen Tagessatz stets aus.

Aber Vorsicht: Auch hier gibt es juristische Feinheiten bezüglich des Anspruchs auf Nutzungsausfall zu beachten, die Sie besser mit Ihrem Rechtsanwalt besprechen.

 

Rechtsanwalt zum Seitenanfang

Im Haftpflichtschadensfall der beste Ansprechpartner für die Abwicklung des Schadens. Die Kosten muss die gegnerische Versicherung tragen.

Eine zusätzliche Rechtsschutzversicherung ist natürlich auch anratsam, insbesondere, wenn Sie eine Teil- oder Mitschuld haben.

 

Reparaturschaden zum Seitenanfang

Liegen die ermittelten Reparaturkosten unterhalb des ermittelten Wiederbeschaffungswertes, spricht man vom Reparaturschaden. Das Fahrzeug kann also ganz normal instand gesetzt werden.

 

Restwert zum Seitenanfang

Der Wert des Fahrzeugs nach dem Unfall wird vom Sachverständigen am regionalen Markt der Gebrauchtwagenhändler ermittelt. Er stellt den Wert dar, den ein seriöser Händler Ihnen bei Inzahlungnahme für Ihr beschädigtes Fahrzeug bezahlen würde.

Nach alter und neuester Rechtssprechung gehört der spezialisierte Restwertsondermarkt, dazu zählen auch die Internetbörsen, nicht dazu.

Da der Restwert gerade in jüngster Zeit zu den von den Versicherern am stärksten umkämpften Schadensersatzpositionen gehört, ist hier für alle rechtlichen Fragen Ihr Rechtsanwalt der beste Ansprechpartner.

 

Schadensminderung zum Seitenanfang

Im Haftpflichtschadensfall ist der Geschädigte gehalten, den Schaden durch sein Verhalten nicht unnötig zu vergrößern. Vielfach werden dem Geschädigten fast alle Entscheidungen, die nicht konform mit der Versicherungsmeinung gehen, als Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht ausgelegt. Ein Verstoß kann aber meist erst dann vorgeworfen werden, wenn der Geschädigte nach kurzem Überlegen hätte erkennen können, dass sein Verhalten den Schaden unnötig vergrößert.

Für weitergehende Auskünfte in diesem sensiblen juristischen Bereich wenden Sie sich am besten an Ihren Rechtsanwalt.

 

Stundenverrechnungssatz zum Seitenanfang

Nach neuester Rechtssprechung hat der Geschädigte im Haftpflichtschadensfall üblicherweise Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten, die bei einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallen würden. Nur unter bestimmten Gesichtspunkten kann der Schädiger bzw. dessen Versicherung auf eine kostengünstigere, aber gleichwertige Reparaturmöglichkeit verweisen. Die Beweislast liegt aber beim Schädiger bzw. dessen Versicherung. Bei Problemen auf diesem Gebiet müssen Sie sich aber an einen Rechtsanwalt wenden.

Die früher herangezogenen ortsüblichen, durchschnittlichen Stunden-Verrechnungssätze dürfen nicht mehr herangezogen werden Genauso wenig solche, die aus einer Kooperation zwischen Versicherung und Werkstatt stammen (sog. Sonderkonditionen).

 

Totalschaden zum Seitenanfang

Beim Totalschaden muss man unterscheiden zwischen dem wirtschaftlichen und dem unechten, fiktiven Totalschaden.

Wirtschaftlicher Totalschaden:

Vom wirtschaftlichen Totalschaden spricht man dann, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungsaufwand des Fahrzeugs übersteigen. Dann wird, wenn die 130%-Regel nicht angewandt wird, der Wiederbeschaffungsaufwand erstattet. Dieser ergibt sich aus Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert.

Unechter, fiktiver Totalschaden:

Vom unechten, fiktiven Totalschaden spricht man dann, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen, das Fahrzeug nicht repariert wird und vorläufig nur der Wiederbeschaffungsaufwand reguliert wird.

In beiden Fällen ersetzt Ihnen die Versicherung den Wiederbeschaffungswert abzüglich eines etwaigen Restwertes.

 

Wertminderung (merkantile) zum Seitenanfang

Die Wertminderung soll dem Verlust an Marktwert entsprechen, der bei einem Fahrzeug infolge einer Unfallinstandsetzung entsteht. Die Wertminderung beruht auf der Offenbarungspflicht des Unfallschadens. Ist das Fahrzeug auch noch so gut repariert, ist und bleibt es ein Unfallfahrzeug. Am Markt werden unfallinstandgesetzte Fahrzeuge im Gegensatz zu vergleichbaren unfallfreien Fahrzeugen stets zu einem niedrigeren Preis gehandelt. Dies soll die merkantile Wertminderung ausgleichen.

Argumente, das Fahrzeuge die eine Laufleistung von mehr als 100000km aufweisen und älter als 5 Jahre sind, keine Wertminderung erfahren, sind mittlerweile überholt. Dies sieht auch die Rechtssprechung zunehmend so.

Fahrzeuge der neueren Generation erreichen Laufleistungen von über 100000km schon meist in den ersten Jahren, ohne bereits so verschlissen zu sein, das bei einem Unfallschaden keine Wertminderung mehr eintritt.

Auch ältere Fahrzeuge werden heute aufgrund der allgemein längeren Lebensdauer von Kraftfahrzeugen am Gebrauchtwagenmarkt noch zu relativ hohen Preisen gehandelt. Auch hier schlägt dann ein offenbarungspflichtiger Unfallschaden schnell auf den Preis durch.

 

Wiederbeschaffungswert zum Seitenanfang

Der Wiederbeschaffungswert ist der Wert, den man für ein gleichwertiges und gleichartiges Fahrzeug üblicherweise am regionalen Markt aufwenden muss.

Nach der im August 2002 eingeführten Änderung des § 249 des BGB ist für ältere Fahrzeuge, die nicht mehr im seriösen Gebrauchtwagenhandel angeboten werden, der Wiederbeschaffungswert der Wert, der bei einem privaten Verkäufer aufgewendet werden muss.

Karl Stoll

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